Warum Real Company Stuff besser ist als Keyword-Shit

Veröffentlicht von Juliane am 27.04.17 09:43 in Real Company Stuff

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Oder: Was Airbnb und Amazon richtig machen und was Dir fehlt

Ich mache endlich wieder Sport.

Und das seit knapp vier Monaten. Als Mensch, der schon viel zu oft viel zu früh Herausforderungen abgebrochen hat, ist diese Entwicklung schon bemerkenswert.

Jenen Erfolg habe ich jedoch nicht mir allein zu verdanken. 

Stattdessen hat mir der YouTube-Channel „Popsugar Fitness“ geholfen. Nach Wochen und Monaten erfolgloser Suche eines Kanals, der mich wirklich einmal begeistert, bin ich schließlich auf diesen Channel gestoßen.

Und dran geblieben.

Warum?

Weil die Videos mit Anna und Co. einzigartig sind.

Anna und die anderen Fitnesstrainer haben Sport keinesfalls neu erfunden. Sie sind einige von tausenden und abertausenden YouTubern, die Fitness-Tutorials und Workouts anbieten. Zumal sie nicht einmal unter den Top 5 Ergebnissesn zu finden sind, wenn bei YouTube das Keyword „Workout“ eingegeben wird. Selbst beim Keyword "Fitness Tutorial" landet eines ihrer Videos nur auf dem dritten Platz.

Aber das unvergleichliche Konzept des Channels ist der Grund für mein Durchhaltevermögen. Denn auch wenn ich für mein Training nur einen Kanal zurate ziehe, kann ich zwischen zahlreichen verschiedenen Workouts wählen: Ob Boxen oder Tanzen, ob Training für die Bauchmuskeln oder die Ausdauer, ob mit Anna, mit Christa oder mit Jennifer Lawrence’s Trainer – ich kann jeden Tag aufs Neue entscheiden, worauf ich gerade am meisten Lust habe.

Sowohl diese umfassende Auswahl als auch einzelne Trainer, mit denen ich am liebsten trainiere, sorgen dafür, dass ich längst nicht mehr über Google oder YouTube nach Workout-Videos suche. Stattdessen besuche ich direkt den Popsugar-Fitness-Channel.

Weil ich weiß, dass ich dort genau das finde, wonach ich suche. Dass ich mit jedem weiteren Video zu einem fitteren Menschen werde und mich nach jedem Training besser fühle.

Warum ich das überhaupt erwähne?

Weil Du mit Deinem Content genau dorthin auch musst. Du musst Real Company Shit erstellen.

Aber was ist Real Company Shit überhaupt? 

Real Company Shit – auch Real Company Stuff genannt – bedeutet, dass Du Dein ganzes Herzblut in Deinen Content steckst, um Deinen Besuchern weiterzuhelfen und aus ihnen ein Stück weit schlauere und glücklichere Menschen zu machen. So kannst Du Vertrauen aufbauen und in Deiner Branche Einzigartigkeit schaffen.

Dieser einmalige und hilfreiche Content sorgt wiederum dafür, dass Du die Verweildauer auf Deiner Webseite steigerst. Denn Deine Leser erkennen die Authentizität hinter Deinen Inhalten, die sich aus Deiner Leidenschaft ergibt und Deinem Anspruch, den Leser weiterzubringen.

Ein weiterer Vorteil: Je nützlicher und einzigartiger Dein Content ist, desto unabhängiger wirst Du von den Google-Algorithmen.

Denn mit Real Company Stuff verlieren die Keywords an Relevanz. Zunehmend mehr User suchen lieber direkt Deine Webseite auf – weil sie wissen, dass sie dort die besten Erfahrungen machen. Auf diese Weise wird Google für Deinen Erfolg immer unwichtiger.


Amazon und sein Premium-Angebot Amazon Prime sind hierfür das perfekte Beispiel.

Mitglieder von Amazon Prime erhalten einen kostenlosen Versand und können innerhalb von 24 Stunden mit ihren Produkten rechnen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, unzählige Serien und Filme zu sehen. 

Das ist aber längst nicht alles.

So erhalten Studenten beispielsweise kostenfreie Probemitgliedschaften über zwölf Monate – und anschließend eine günstigere Prime-Mitgliedschaft. Alle anderen Amazon-Nutzer können das Premium-Paket 30 Tage lang kostenfrei nutzen, bevor sie sich für ein zahlungspflichtiges Abo entscheiden.

All das beeinflusst den Erfolg des Online-Versandhändlers enorm.

Im Sommer 2015 konnte Amazon Prime eine Conversion Rate von 74 Prozent (Stand: Juni 2015) vorweisen. Ein Großteil der Prime-Mitglieder kommt also gar nicht erst auf die Idee, seine Produkte in einem anderen Onlineshop zu kaufen.

Laut einer Studie von BloomReach (Stand: November 2015) suchen außerdem 44 Prozent der amerikanischen Internetnutzer direkt auf Amazon nach passenden Produkten. Nur 34 Prozent der Verbraucher beginnen ihre Suche auf Google, Yahoo! und Bing. Das bedeutet: Amazon hält etliche Verbraucher davon ab, überhaupt die Suchmaschinen zu benutzen.

Warum?

Weil Amazon verstanden hat, welche Probleme und Wünsche ihre Kunden haben. Und weil die Kunden wissen, dass Amazon Prime diese Probleme lösen und Wünsche erfüllen kann.

Weil Amazon ein Vertrauen zu seinen Kunden aufgebaut hat. Und den Glauben, dass sie dort immer die optimale Erfahrung machen.

Keyword-Rankings in den großen Suchmaschinen werden für den Online-Versandshop also immer unwichtiger. Sein Erfolg basiert nicht darauf, mit wichtigen Keywords die besten Rankings auf Google zu erzielen – sondern auf der Beziehung zwischen Kunde und Plattform.

Eine Bindung zwischen Käufer und Verkäufer ist also wichtiger als ein gutes Google-Ranking.

2015 hat Wil Reynolds, Gründer der Digital Marketing Agentur Seer Interactive, auf der Marketing-Konferenz C3 in New York über Real Company Shit gesprochen. Dabei hat er mit den Google-Rankings aufgeräumt.

Denn: Das Nummer-1-Ranking auf Google hat längst nicht mehr den Einfluss, den es einmal hatte.

Wil Reynolds sagt ganz deutlich: Nur, weil Du auf dem ersten Platz bei Google landest, heißt das noch lange nicht, dass Du auch der Beste in Deiner Branche bist. Das heißt auch nicht, dass Du die besten Ergebnisse mit Deiner Seite erzielst und die meisten Kunden oder Besucher vorweisen kannst.

Solange Du Verbrauchern mit den Inhalten auf Deiner Seite nicht weiterhelfen kannst, solange sie kein Vertrauen zu Dir aufgebaut haben, solange bringen Dir Deine Google-Rankings auch nicht viel.

Denn, wie es schon Amazon vormacht: Du musst den Internetnutzern helfen. Du musst herausfinden, welche Probleme Deine Besucher haben. Und diese Probleme musst Du lösen.

Hierfür hat Wil Reynolds ein hervorragendes Beispiel gebracht: Airbnb. Wer nach privaten Ferienwohnungen sucht, sucht heutzutage meist direkt auf Airbnb. Und das, obwohl das Unternehmen bei etlichen Suchanfragen nicht einmal die erste Seite und vor allem recht nicht den ersten Platz unter den Google-Suchergebnissen erreicht. 

Aber warum kann Airbnb dennoch einen so guten Erfolg verbuchen? Weil die meisten Nutzer ausgezeichnete Erfahrungen mit der Webseite gemacht haben.

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Genau solche Erfahrungen steuern unser Such- und Kaufverhalten im Internet.

Das beste Ranking bringt Dir also nichts, wenn die Internetnutzer schlechte Erfahrungen mit Deiner Seite gemacht haben. 

Auch hier sagt Wil Reynolds ganz klar: Ergebnisse, welche die besten Plätze bei Google erreichen, aber niemandem weiterhelfen, zerstören eben jene Brand in unserem Gehirn. (Min.: 51:05)

Unser Gehirn merkt sich: Diese Webseite hat mir absolut nichts gebracht, hat mich nicht zu einem intelligenteren oder glücklicheren Menschen gemacht, hat mich in meinem Leben also nicht weitergebracht.

Dann wird sie eben übersprungen. Und das zukünftig bei jeder einzelnen Google-Suche.

In diesem Fall hat also das beste Google-Ranking nur schlechten Einfluss auf Dich und Deine Brand.

Gehen wir einen Schritt weiter: Google-Ergebnisse auf dem Smartphone.

In den meisten Fällen erhältst Du beim Browsen über Dein Smartphone als erstes Ergebnis die Unternehmen, die Deinem Standort am nächsten sind – inklusive einer Darstellung über Google Maps.

Erst, wenn Du die Seite weiter hinunterscrollst, werden Dir die normalen organischen Suchergebnisse angezeigt.

Selbst das Nummer-1-Ranking rutscht aufgrund der lokalen Suche soweit nach unten, dass es beim ersten Blick auf Google nicht zu sehen ist. Und somit häufig auch nicht angeklickt wird.

Das bedeutet, dass Dir auch im mobilen Bereich das beste Ranking nichts nutzt, weil es oftmals von den Benutzern nicht einmal gesehen wird.

Aber worauf musst Du Dich konzentrieren, wenn die Keyword-Rankings nebensächlich werden?

Auf den richtigen Content.

Die Inhalte Deiner Webseite müssen so wertvoll für Deine Besucher sein, dass sie für die Lösung ihrer Probleme und das Erfüllen ihrer Wünsche am liebsten Deine Webseite aufrufen - und Deine Konkurrenz im Idealfall außen vor lassen.  

Damit Du solch einmalige Inhalte erstellen kannst, musst Du folgende Gedanken im Hinterkopf behalten:

  1. Der Kern des organischen Marketings ist das Lösen der Probleme Deiner Kunden. (Min.: 11:36)
  2. Deine Besucher sind wichtiger als der Google-Algorithmus.
  3. Was Internetnutzer über Deine Marke denken, entscheidet, ob sie überhaupt Deine Seite besuchen.

Bist Du nun bereit, Real Company Stuff zu erstellen?

Gut. Bedenke aber vor und während der Erstellung Deiner Inhalte immer Folgendes: Wie kannst Du mit Deinem Content Deine Besucher zu einer besseren Version ihrer selbst machen?

Hierfür musst Du Dich mit aller Kraft in Deinen Kunden hineinversetzen – wer ist Dein Kunde?

  • Welche demografischen Merkmale hat er?
  • Welches Problem hat er?
  • Welche Wünsche hegt er?
  • Worüber will er sich unbedingt informieren?

Und wie kannst Du ihm letztendlich dabei helfen?

Am sinnvollsten ist es, wenn Du Dich eingehend mit den Suchmaschinenergebnissen zu passenden Themen aus Deiner Branche beschäftigst. Kannst Du besseren Content zu dieser Materie produzieren, welcher die Probleme der Internetnutzer sinnvoller aufgreift?

Dafür musst Du nichts Neues erfinden – oftmals kannst Du das gar nicht, denn fast alles ist schon da.

Stattdessen musst Du eine Möglichkeit finden, etwas neu zu erzählen. Sei es mit einer anderen Herangehensweise, einem neuen Blickwinkel, einer anderen Meinung, anderen Formaten. 

Allerdings lohnt es sich in den seltensten Fällen, wenn Du Inhalte zu einem Thema erstellst, welches schon zur Genüge vom Rest Deiner Branche diskutiert wird – außer, Du hast etwas Erfrischendes dazu beizutragen.

Vielmehr solltest Du Dich mit solchen Themen beschäftigen, die Deiner Zielgruppe noch immer Probleme bereiten. Deine Zielgruppe wird Dir dankbar sein, dass Du Ihnen geholfen hast, dass Du sie bei ihren Herausforderungen unterstützt hast.
 

Hast Du schließlich hilfreiche Inhalte produziert, zahlt sich das in Vertrauen aus.

Das Vertrauen Deiner Kunden in Deine Marke.

Das zeigt sich beispielsweise über Google Suggest, wenn dort Dein Unternehmensname im Zusammenhang mit bestimmten Begriffen auftaucht. Oder dann, wenn bestimmte Begriffe im Zusammenhang mit Deinem Unternehmensnamen auftauchen.

Dieses Vertrauen zeigt sich aber auch in einem Anstieg Deiner Besucher, Deiner Conversion Rate oder Deiner Verweildauer.

Darüber hinaus zeigt sich dieses Vertrauen, wenn Internetnutzer zukünftig lieber direkt Deine Seite besuchen, anstatt über eine Suchmaschine nach besseren Ergebnissen zu suchen.

Übrigens: Hast Du die Probleme Deiner Besucher mit Deinen Inhalten wirklich gelöst, ist es auch völlig in Ordnung, ihnen am Ende ihrer Reise passende Produkte zu Deinem Content zu zeigen. Je besser ihre Erfahrungen bei einem Besuch auf Deiner Seite waren, desto eher werden sie geneigt sein, Deine Produkte oder Dienstleistungen zu kaufen. Sie wissen nämlich, dass Du ihr Leben bereichert hast.

Und das werden sie so schnell nicht vergessen.

Was bedeutet also Real Company Shit letztendlich für Dich?

Es bedeutet, dass Du Deinen Kunden das Gefühl gibst, von Bedeutung zu sein. Es bedeutet, dass Du ihnen zuhörst und gewillt bist, Dich mit all Deiner Leidenschaft dafür einzusetzen, dass sie glücklich werden. 

Du musst die Lücken finden, die Deiner Zielgruppe noch immer Probleme bescheren. Und diese Lücken musst Du mit sinnvollen und hilfreichen Inhalten füllen. 

Dabei musst Du Dich von dem Rest Deiner Branche abheben – indem Du Dein Wissen hilfreicher an den Internetnutzer bringst als die anderen Unternehmen in Deiner Branche. Ohne Strategien zu einem besseren Keyword-Ranking und ohne Verkaufstaktiken.

Auf diese Weise bist Du wertvoll für Deine Zielgruppe und baust Vertrauen in Dich sowie Deine Brand auf. 

So wie Popsugar Fitness mit ihren einmaligen Fitness-Videos bei mir.

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