So verändert sich Marketing aktuell

Veröffentlicht von Julian am 07.08.17 09:59 in Content Marketing, Inbound Marketing

Fotolia_134320304_M Filter.jpgDie heutige Medien-Umwelt verlangt nach einer Marketingrevolution. Und bekommt sie!

Die aktuellen Online Marketing Trends reagieren auf ein verändertes Nutzerverhalten im Umgang mit heutigen Medien und Endgeräten. Ein Großteil der Unternehmen im DACH-Raum bleibt bislang allerdings weit hinter den rasanten Entwicklungen zurück – wir zeigen Dir, welche Trends in Zukunft wichtig werden.

Die Vernetzung unserer physischen mit der digitalen Umwelt im Alltag hat die Art und Weise, wie wir leben und miteinander kommunizieren, grundlegend verändert. Dieser Wandel dauert an - mit zunehmend rasanter Geschwindigkeit – und findet natürlich auch seine Entsprechung in der Kommunikation von Unternehmen mit ihren potenziellen Kunden.

Die Marketing-Branche gehört naturgemäß zu den ersten, die neue technologische Entwicklungen aufgreifen und einsetzen.

In der Breite der Unternehmen der DACH-Region ist diese Veränderung allerdings noch nicht ansatzweise umgesetzt. Hier werden große Teile der Marketing-Budgets noch wie in den 90ern in Spray-and-Pray-Strategien investiert: Klassische Werbebotschaften werden so weit wie möglich gestreut, in der Hoffnung, dass sie auf Resonanz stoßen.

Neben dem vollkommenen Kontrollverlust über die Maßnahmen, sobald sie den "Sender" verlassen haben, blockieren die Nutzer im heutigen Medien-Umfeld zunehmend klassische Produkt-Kommunikation, die ungefragt an sie herangetragen wird, zum Beispiel durch AdBlocker.

Entsprechend muss sich die Unternehmenskommunikation der veränderten Medien-Nutzung anpassen, um potenzielle Kunden zu erreichen. Dass und wie dies heute möglich ist, zeigen die Erfolge von Unternehmen, die ihr Marketing zeitgemäß gestalten.

Solche, die den Wandel ignorieren, werden vom Wettbewerb abgehängt.

In den ersten fünfzehn Jahren des neuen Jahrtausends sind in den USA 52 Prozent der Fortune 500 Unternehmen verschwunden! 

So funktioniert Unternehmenskommunikation heute

Der Wandel in der Kommunikation lässt sich folgendermaßen herunterbrechen: Von Push- zu Pull-Marketing, von Produkt-zentrierter Kommunikation zur Nutzer-Zentrierung.

Inbound Marketing ist ein strategischer Ansatz, um diese veränderten Bedingungen umzusetzen. Mit spezifischen Maßnahmen wird der potenzielle Kunde auf den Kanälen abgeholt, die er nutzt, und mit Inhalten beliefert, die ihm einen Mehrwert bieten.

Hinzu kommt: In einer datengetriebenen Marketingstrategie ist der Erfolg der einzelnen Maßnahmen messbar. Jede Kampagne, jeder Beitrag wird anhand des ROI bewertet.

Die aktuellen Trends im Online Marketing folgen dem Muster der Nutzer-zentrierten Kommunikation und lassen sich in bestehende Marketingkonzepte unter dem Überbegriff Inbound-Marketing einbinden. Die Trends benennen häufig technologische Entwicklungen, deren Anwendung hinter dem Marktpotenzial zurückbleibt.

Was in den Vereinigten Staaten längst umgesetzt wird, kommt in der Regel ein wenig später auch bei uns in Europa an.

Während in Deutschland die Implementierung von Chatbots und allgemein Marketing Automatisierung und Leadgenerierung als Trends dieses Jahres angegeben werden, sind diese Praktiken im Grunde längst Standard im Online Marketing in Übersee. Für "Trends" wie Influencer-Marketing gilt ebenfalls: Sowohl B2B als auch B2C wird das bereits seit mehreren Jahren mit saftigen Budget-Anteilen betrieben. Höchste Zeit also, dass diese Methoden nun endlich in der Breite der DACH-Unternehmen ankommen!

Was kommt aktuell auf Marketer zu? Die wesentlichen Online Marketing Trends

  • Aufmerksamkeitsspanne im Sturzflug verlangt konzentrierten Content: Angesichts unendlicher Newsfeeds und immer mehr Informationsangeboten nimmt die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer rasant ab – damit fällt ausschweifender Content beim User durch. Wahrgenommen werden Content-Angebote, die aufs Wesentliche reduziert sind. Die Konzentration des User-Mehrwertes steigt!

  • Interaktion ist alles! Aktives Involvement des Nutzers: Angebote, die reale Erfahrungen ermöglichen, wie etwa 360°-Videos, Webinars und Workshops, werden von Usern bevorzugt und nachhaltiger konsumiert. Auch weitere interaktive Angebote wie Quizzes, Umfragen und Wettbewerbe werden gegenüber statischem Content bevorzugt angenommen.

  • Targeting – die Zuspitzung der Zielgruppen: Während sich die Zahl der User im Netz in Deutschland seit 2010 nur unwesentlich verändert hat, drängen mehr und mehr Content-Angebote auf den Markt. Um die Konkurrenz zu umgehen und die User in der unübersichtlichen Content-Flut zu erreichen, die täglich auf sie einströmt, müssen Unternehmen ihre Zielgruppen spitzer formulieren und ihren Content fokussierter gestalten – sprich: die Nutzer mit ihren konkreten, persönlichen Interessen ansprechen. Generelle und lauwarme Angebote gehen in der Menge unter.

  • Visualisierung von Daten: Datenerhebung und -analyse ist ein zentraler USP von Online Marketing gegenüber traditionellen Marketingmethoden. Mit Dutzenden Tools lassen sich erhobene Daten visualisieren, interpretieren und auch für den Non-Techie verständlich kommunizieren. Die Technologie ist günstig (gute Tools sind teilweise kostenfrei verfügbar), genutzt wird sie im aktuellen Geschäftsalltag von Marketingabteilungen allerdings kaum.

  • Live Video Streaming: In den sozialen Medien wird Live-Video-Streaming bereits seit einiger Zeit sehr gut angenommen. Live-Content-Angebote von Unternehmen sind bislang aber noch rar gesät. Schnelles mobiles Internet macht die simultane Teilhabe an aktuellen Events per Video-Schalte möglich, die Allgegenwertigkeit mobiler Endgeräte sorgt für ein entsprechend großes Publikum. Das Potenzial der Technologie wird aktuell nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft.

  • Zeitgebundener Content: Snapchat hat es vorgemacht, Instagram und andere kopiert: Content-Angebote, die eine klar definierte und überschaubare Lebensphase haben, schaffen ein tatsächliches Gefühl von Dringlichkeit.

  • Virtual (VR) und Augmented Reality (AR): Der Erfolg von Pokemon Go hat gezeigt, dass der Markt - auch in Deutschland – reif für Augmented-Reality-Anwendungen ist. Zudem wurde deutlich, welches finanzielle Potenzial in der Anwendung der Technologie steckt. Das interaktive AR-Spiel brachte auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung weltweit bis zu 10 Mio USD täglich ein. In welchen Formen Unternehmen VR und AR für ihr Marketing fruchtbar machen können, ist allerdings noch kaum ausgelotet. Hier warten wir noch auf populäre Anwendungsbeispiele.

  • Wearables: Smart Watch, Fitness Tracker und Co. sind Kassenschlager! Wie sie von Marken bespielt werden, ist noch weitgehend unbekannt. Webangebote werden zukünftig nicht nur mobile-friendly sein, sondern auch die mobilen Wearables bedienen.

Marketing-Trends: Alles kann, nicht alles muss!

Die Anwendbarkeit neuer Technologien für Marketingzwecke wird unübersehbar, wenn die Technologie einen breiten Markt erreicht. Unternehmen können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn sie frühzeitig auf erfolgversprechende Kommunikationsmittel setzen.

Natürlich wird sich nicht jeder Trend langfristig durchsetzen, und selbstverständlich ist die Wahl des passenden Kommunikationsmittels vom entsprechenden Marketingziel abhängig.

Doch unabhängig von Endgeräten Plattformen gilt: Nähe zum Geschehen und echte Kommunikation in Dialog-Form sind wesentliche Kriterien für funktionierendes Marketing in der Welt von heute und morgen.

Die Nutzer digitaler Medien – und das ist eine überwältigende Mehrheit der Gesellschaft - suchen im Netz nicht zu allererst nach Produkten, sondern nach Lösungen in Form von Informationen, Unterhaltung oder Interaktion!

Sie tun dies als Individuen, nicht als Konsumenten, und wollen individuell angesprochen werden. Es ist anzunehmen, dass dies auch schon so war, bevor es durch die Erhebung von Nutzerdaten belegt wurde.

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