So kreierst Du Deinen individuellen Redaktionsplan

Veröffentlicht von Clara am 20.03.17 08:44 in Content Marketing

Redaktionsplan erstellen

Den passenden Zeitplan erstellen - Gut geplant ist halb gemacht

Die Grundlage für Content Marketing ist grundsätzlich erst einmal – wer hätte das gedacht – Content. Aber der erstellt sich nicht von allein, sondern muss wie jede andere Marketingmaßnahme geplant, durchdacht und strukturiert werden. Genau dafür brauchst Du einen übersichtlichen und gleichzeitig umfassenden Redaktionsplan, der Dir hilft, den Überblick zu behalten. Wie Du so einen Plan aufstellst, erkläre ich Dir.


Im Ernst: Brauche ich wirklich einen Redaktionsplan?

... fragst Du Dich jetzt vielleicht. Die schnelle und einfache Antwort darauf lautet: Ja. Die Jungs vom Affenblog haben das mit einer kleinen Metapher anschaulich auf den Punkt gebracht. Um Dich vor Bränden zu schützen, hast Du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Du kannst, sobald Dir eine Rauchwolke oder hohe Flamme entgegenschlagen ist, auf die Suche nach Wasser gehen und versuchen, das Ganze irgendwie noch zu löschen. ODER Du installierst direkt eine Sprinkleranlage, die jeden kleinen Funken sofort registriert und im Keim erstickt.

(Kleiner Tipp: Niemand, wirklich niemand will der Typ sein, der hektisch mit einem Eimer Wasser durch die Gegend rennt. Und noch ein Tipp: Die Sprinkleranlage ist Dein Redaktionsplan. Thanks Captain Obvious.)


Sorge vor mit klarer Planung

Wie die Sprinkleranlage bewahrt Dich Dein Redaktionsplan davor, überhaupt in eine Situation zu gelangen, in der die Luft brennt. Denn wenn Du feststellst, dass schon seit über einem Monat nichts mehr auf Deinem Blog veröffentlicht wurde, obwohl doch eigentlich ein neuer Post pro Woche angedacht war, ist es schon zu spät. Stattdessen solltest Du Dir mit einem entsprechenden Plan eine Struktur schaffen, die solche bösen Überraschungen vermeidet. Somit schaffst Du

  • Kontinuität,
  • Aktualität und
  • Langfristigkeit.

Natürlich, die Erstellung von Content ist immer auch mit spontanen, kreativen Impulsen verbunden. Deshalb sind viele der Überzeugung, dass sie sich nicht planen lässt. Das ist aber schlicht falsch, ein gut aufgestellter Redaktionsplan lässt Raum für solche Einfälle und stützt sich trotzdem nicht nur auf den Zufall.

Zusätzlich solltest Du nicht vergessen, dass Du mit Deinen Marketingmaßnahmen immer ein strategisch-wirtschaftliches Ziel verfolgst. Deshalb ist es eigentlich nur logisch, dass auch Dein Vorgehen strategisch sein muss und nicht darauf warten darf, dass Dich die Muse küsst.

Was sind die konkreten Vorteile eines Redaktionsplans?

Kontinuität und Langfristigkeit

Der wesentlichste Grund für einen Redaktionsplan als Teil Deines Content Marketings ist zuverlässige Regelmäßigkeit. Veröffentlichst Du Inhalte nur sehr selten und/oder völlig unregelmäßig, erreichst du zu wenige neue Interessenten und vergraulst gleichzeitig bestehende. Wirklich kontinuierlich kannst Du aber - gerade in stressigen Zeiten - nur arbeiten, wenn Du einen konkreten Zeitplan erstellt hast.

Dementsprechend sollte Deine Planung ruhig kleinschrittig sein. Halte nicht nur fest, wann zum Beispiel ein neuer Blogartikel veröffentlicht werden soll, sondern auch:

  • wann die Themenfindung abgeschlossen sein muss
  • wann der jeweilige Texter sein erstes Konzept vorlegt
  • wann der eigentliche Text fertiggestellt sein soll
  • wann die Korrektur beendet sein muss

Diese engmaschigen Deadlines helfen außerdem, Dich zum Verfassen von Inhalten zu disziplinieren, wenn andere Aufgaben gerade wichtiger zu sein scheinen. Außerdem überrascht Dich die Deadline für einen fertigen Blogartikel so nicht drei Stunden vor geplanter Veröffentlichung, wenn noch nicht einmal das Konzept steht.

Aktualität und saisonale Besonderheiten

Zusätzlich kannst Du mithilfe Deines Redaktionsplans frühzeitig besondere Anlässe ins Auge fassen, für die Du angepassten Content bereitstellen kannst.

Die von uns bereits vorgestellte Buyer Persona Doris Deko beispielsweise begeisterst Du garantiert mit kreativen Plätzchenrezepten zur Adventszeit oder Vorlagen zum Eierfärben im Frühling. Solche Ideen bringen Dich aber nicht weiter, wenn Sie Dir erst am Weihnachtsmorgen oder Ostersonntag einfallen. Stattdessen müssten diese Inhalte schon einige Wochen vorher verfügbar sein, sodass Frau Deko sie in ihren Festtagsvorbereitungen berücksichtigen kann.

Deshalb: Mehr Zeit = Besseres Ergebnis. Wirf bei der Erstellung Deines Redaktionsplans einen Blick in den Kalender und kennzeichne direkt für Dein Unternehmen relevante Ereignisse sowie den Zeitpunkt, zu dem mit der Content-Erarbeitung hierfür begonnen werden soll.

Überblick über die geplanten Themen

So erhältst Du alles in allem einen langfristigen Zeitplan, der Dir einen umfassenden Eindruck von den ausgesuchten Themen ermöglicht. Damit kannst Du Dir auch frühzeitig folgende Fragen beantworten: 

  • Ist die Reihenfolge der gewählten Themen sinnvoll?
    • Werden beispielsweise gerade aktuelle Themen auch zeitnah bearbeitet?
    • Folgen aufeinander aufbauende Themen logisch nacheinander?
  • Sind alle für die Buyer Persona relevanten Themen abgedeckt?
  • Sind genug flexible Freiräume eingeplant, um spontan auf aktuelle Themen eingehen zu können?

 

Du möchtest wissen, was neben dem individuellen Redaktionsplan noch zur Entwicklung einer Content Marketing Strategie gehört? Dann lade Dir hier unser eBook herunter und lass Dich Schritt für Schritt durch die Erstellung der Strategie führen.

 

Miss den Erfolg Deiner Content Marketing Maßnahmen

Tatsächlich ist Dein Redaktionsplan auch rückblickend ein wichtiges Werkzeug. Er erlaubt Dir nämlich, jederzeit zu überprüfen, welche Inhalte den Traffic gesteigert oder Dir mehr Leads beschert haben. Generell lassen sich so die veröffentlichten Inhalte mit etwas Abstand detailliert hinterfragen:

  • Haben wir tatsächlich das geliefert, was unsere Buyer Persona interessiert?
  • War das Angebot verschiedener Themen und Content-Formate groß genug?
  • Haben die Inhalte die festgelegte Leistungskennzahl (KPI) erreicht?

Neben dem WAS? legt ein Redaktionsplan aber vor allem verbindlich das WER? fest. Denn so wichtig es ist, einen Zeitplan für konkrete Inhalte zu haben – solange sich niemand für die Content Erstellung verantwortlich fühlt, passiert nichts. Ist die Zuständigkeit aber ebenfalls in Deiner Planung vermerkt, profitiert die ganze Content Marketing Abteilung von einer greifbaren Aufgabenzuteilung. Auf deren Basis kann jeder Mitarbeiter dann vorausschauend seine eigene Aufgabenbearbeitung strukturieren.

Dieser Aspekt führt uns direkt zu einem verwandten Thema: der Ressourcenplanung als Teil des Projektmanagements, das Du mithilfe eines soliden Redaktionsplans ebenfalls erleichterst.


Mini-Exkurs: Ressourcenplanung

Bei der Kalkulation Deiner Ressourcen geht es vor allem um zwei Dinge: Geld und Zuständigkeiten.

Das bedeutet, dass Du zunächst einmal den Aufwand für die geplanten Maßnahmen überblicken solltest. In diese Analyse gehen sämtliche Arbeitsschritte ein – von der Keywordrecherche über die Content-Erstellung und Veröffentlichung bis hin zu nachfolgenden Analysen. Darauf basierend legst Du ein festes Budget für sämtliche geplante Content Marketing Maßnahmen fest. Daraus lassen sich dann die Kosten kalkulieren, die maximal entstehen dürfen.

Die Personalfrage kommt in Bezug auf Kapazitäten ins Spiel. Werden alle Marketingmitarbeiter im Redaktionsplan zum Beispiel für euren Blog berücksichtigt? Oder ist es effizienter, eine Person einzustellen, die sich ausschließlich um den Blog kümmert? Kann dieser Mitarbeiter auch Designaspekte verantworten oder muss hierfür doch eine andere Person oder ein spezieller Dienstleister mit ins Boot geholt werden? An dieser Stelle spielen natürlich auch Kosten eine unmittelbare Rolle. Besonders, wenn Du in Erwägung ziehst, die Content Marketing Aktivitäten outzusourcen, ergeben sich hier schnell gewaltige Spannbreiten.

Aber nicht nur monetäre Aspekte sollten entscheiden, ob die Content Erstellung intern oder extern erledigt wird. Beide Varianten haben klare Vorteile:

  • Die eigenen Mitarbeiter haben häufig tieferes fachbezogenes Branchenwissen und brauchen deshalb keine so ausführliche Einarbeitung.
  • Dafür sind externe Dienstleister oft erfahrener in Bezug auf SEO-Aspekte und mit der Erstellung von gutem Content vertrauter. Schließlich sind sie auf genau diese Aufgabe spezialisiert.

Für welche Option Du Dich entscheiden solltest, hängt ganz wesentlich mit Deiner Branche und Deinem speziellen Unternehmen zusammen.


 

Wie baust Du einen Redaktionsplan auf?

Nachdem ich Dir jetzt in circa 1.100 Wörtern nahegelegt habe, warum Du definitiv Zeit in die Erstellung eines Content Marketing Redaktionsplans stecken solltest, stellst Du Dir inzwischen vermutlich längst ganz pragmatische Fragen. Allen voran: Was gehört denn überhaupt in so einen Redaktionsplan? 

Die Antwort ist durchaus individuell. Elemente, die aber in keinem guten Zeitplan fehlen sollten, sind:

  • Thema des Content-Elements
  • Art des Content-Elements
  • Deadline für die Erstellung
  • Datum der Veröffentlichung
  • Autor
  • kurze Inhaltsangabe des Themas inklusive nötiger Zusatzinformationen
     

Selbstverständlich steht es Dir aber frei, ergänzende Punkte aufzuführen, wenn Du das für Dein Unternehmen und eure Strategie als zielführend erachtest. Weitere Aspekte könnten zum Beispiel die folgenden sein:

  • Kampagnenziele
  • Wer erteilt wann die Freigabe?
  • alternative Titel
  • Zielpublikationen
  • die jeweils angesprochene Buyer Persona
  • das angestrebte Performance-Ziel (KPI)
  • separates Brainstorming-Dokument, in dem alle Beteiligten weitere Ideen vermerken können

 

So gehst Du vor: Der Redaktionsplan in vier Schritten

Nachdem Du jetzt weißt, was in Deinem Plan stehen sollte, geht es nun darum, die konkrete Erstellung zu strukturieren. Wir schlagen dafür eine Vier-Schritte-Vorgehensweise vor, aber selbstverständlich gilt auch hier: Es steht Dir frei, die einzelnen Schritte noch weiter aufzubrechen und kleinschrittiger einzuplanen. Mit diesem Vorgehen bist Du aber auf jeden Fall auf der sicheren Seite:

  1. Planung der Content-Elemente
  • Sammle alle Themen und bringe sie in eine Reihenfolge.
  • Lege einen Veröffentlichungszeitpunkt für jedes Element fest.

 

  1. Weitergabe an die Autoren
  • Teile die Erstellung der einzelnen Elemente einem konkreten Autor zu.
  • Gib ihnen eine Deadline mit auf den Weg, zu welcher der Text stehen soll. Die sollte mindestens eine Woche vor dem Veröffentlichungstermin liegen, damit noch Zeit für eine Überarbeitung und Korrektur bleibt. Alternativ kannst Du auch zunächst eine Deadline für ein erstes Konzept festlegen, das besprochen wird, bevor es an die eigentliche Content-Erstellung geht.

 

  1. Sammlung der einzelnen Elemente
  • Eine Woche vor Veröffentlichung erhältst Du die fertigen Inhalte.
  • Zusätzlich sollten Grafikelemente fertig sein, sodass sich alles zum endgültigen Beitrag zusammenfügen lässt.

 

  1. Veröffentlichung
  • Der jeweilige Beitrag ist korrigiert und vollständig, kann also veröffentlicht und über soziale Medien verbreitet werden.
  • Langfristig solltest Du anstreben, den Content sogar drei bis vier Wochen vor der Veröffentlichung vorliegen zu haben. So schaffst Du einen Puffer, der Deine Planung auch dann nicht gefährdet, wenn Du einmal krank sein solltest.
  • Automatisiere außerdem die Veröffentlichung. So stellst Du sicher, dass neuer Content immer zu einer festen Uhrzeit und damit absolut regelmäßig erscheint.

Weiterführend könntest Du zum Beispiel die Performance-Analyse als fünften Schritt einbauen. Damit wäre gewährleistet, dass zu festen Zeitpunkten der Erfolg eurer Inhalte überprüft wird. So kannst Du gegebenenfalls Deine Strategie zeitnah noch einmal anpassen, falls sie sich als nicht zielführend erweist.

Da wir hier bei der Themensammlung ansetzen, ist in diesem Vier-Schritte-Plan ebenfalls nicht inbegriffen, wie und wo Du passende Themen überhaupt findest. Das wird von vielen Unternehmen allerdings oft als besondere Herausforderung empfunden. Dabei bieten Fachblogs, Social Networks, Newsletter, Google News, White Paper oder interne Events (um nur einige Beispiele zu nennen) massig Input. Neugierig? Dann informiere Dich detaillierter zur Themenfindung in unserem Blogartikel.

 

Fazit: Der kluge Mann baut vor – und installiert eine Sprinkleranlage

Der Redaktionsplan im Content Marketing ist vergleichbar mit einem Stundenplan für jeden einzelnen Mitarbeiter, der in die Content Erstellung involviert ist. Er bietet jedem jederzeit einen genauen Überblick über Deadlines, Ziele, Meilensteine und den Status Quo. Damit bildet ein entsprechender Plan als zeitliche Fixierung Deiner Content Marketing Strategie letztendlich das Rückgrat des gesamten Prozesses.

Und um noch einmal die Debatte um Kreativität vs. Planung aufzugreifen: Ein gut umgesetzter Redaktionsplan gibt Deinem Vorhaben Struktur, die Kreativität keinesfalls hemmen muss. Stattdessen leitet sie sie schlicht in die richtigen Bahnen.

 

Lade Dir unser eBook zur Content-Marketing-Strategie herunter!

Bild: © robu_s / fotolia.com