Wie ich ein Unternehmen ohne Content Marketing aufgebaut habe...

Veröffentlicht von Damir am 09.03.17 08:38 in Content Marketing

Content Marketing Agentur

...und warum Du das nicht tun solltest!  

Ende 2013 stand meine Entscheidung fest, eine Content Marketing Agentur zu gründen. Nachdem ich einige Jahre als Texter gearbeitet und die Branche aus verschiedenen Perspektiven kennengelernt hatte, drängte es mich in diese „Nische“ :)

Die Vorbereitungen waren schnell getroffen: Anwalt, Notar, Konto & Co. Ohne private Ersparnisse und mit einem Stammkapital von 300€ brachte ich contentsquare an den Start.

Bootstrapping meint die Gründung eines Unternehmens unter Verzicht auf externe Finanzierung. Ich war zwar alleine, die ersten Fixkosten und hoffentlich auch bald ein Gehalt musste die Agentur aber schon tragen. Ein paar kleinere Umsätze konnte ich über Kunden generieren, die ich aus der Selbstständigkeit und der Teilhabe an einer anderen Agentur mitgebracht hatte.

Das Unternehmen musste vermarktet werden, Ende 2013 kannten mich noch weniger Menschen als heute, und eine Lösung musste her.


Mein „Kapital“, über das ich damals verfügte:

  • eine solide Website auf WordPress-Basis
  • ein kleines Kiosk-Büro, das ich mir mit einem Kollegen und Freund teilte
  • das Bewusstsein über den hohen Content-Bedarf im deutschen Markt
  • die Fähigkeit zu kommunizieren
  • die Fähigkeit zu texten

Also würde ich einen Blog starten, mit Themen rund um die Probleme und Herausforderungen meiner potentiellen Kunden, den Content via Social Media und Blogger Relations vermarkten, Rankings und Sichtbarkeit gewinnen und daraus Anfragen, Kunden und Umsätze generieren?

Weit gefehlt!


Warum ich kein Content Marketing für meine Agentur genutzt habe

Da ich die Texte für die Bestandskunden zu großen Teilen noch selber schrieb, entschied ich mich gegen Content Marketing und für eine Art von direktem Social Selling. Ich nannte es „Social Outbound“. Aufgrund meines bestehenden Netzwerks wählte ich XING. Über die erweiterte Suche wollte ich meine „Buyer Persona“ (dutzende Wortkombinationen mit „Marketing“ und „Manager“) finden, anschreiben und zu Kunden konvertieren.


Ob die Rechnung aufging? Ja und nein!

Ja

Es funktionierte! Ein kurzes Intro zu meiner Person und der kürzlich gegründeten Content Marketing Agentur sowie die Frage, ob Interesse daran bestünde, Teile der Content-Erstellung oder Konzeption auszulagern, reichten zunächst aus. Ich investierte jede freie Minute in die Kontaktanbahnung und Kommunikation mit den Marketing Managern auf XING und die Ergebnisse sprachen für sich:

  • 1.000 versendete Nachrichten
  • 340 aufgewendete Stunden
  • 11 gewonnene Neukunden
  • 10.300€ durchschnittlicher Umsatz pro Neukunde

Damit konnte ich der Agentur im ersten Jahr einen zusätzlichen Umsatz von 113.000€ sichern. Über die Jahre 2014, 2015 und 2016 entstanden Umsätze in Höhe von 443.000€ via Social Selling.

Toll, oder? Nicht sehr weit gedacht, Damir!

Nein

Es funktionierte in diesem Bereich, der mich allerdings andere Bereiche übersehen ließ. Klar. contentsquare machte Umsätze, ich konnte neben Freelancern und studentischen Aushilfen etwa zwölf Monate nach der Gründung die erste Vollzeitstelle besetzen. Das erste Jahr brachte einen gesunden Gewinn mit sich und ich erlebte nach vielen Tiefs ein mentales und unternehmerisches Hoch.


Warum uns Content Marketing weitaus mehr gebracht hätte

Der Ansatz mit Social Selling war kein Fehler, wie man sieht. Allerdings hätte der angesprochene Blog im Rahmen einer soliden Content Strategie und mit einer langfristigen Sichtweise ebenfalls im ersten Jahr zu Umsätzen geführt. Folgendes habe ich drei Jahre lang verspielt:

Indexierte Seiten und Keywords in den SERPs

Schon ein Blogartikel pro Woche hätte uns mindestens 140 bei Google indexierte Seiten sowie 140 bis mehrere Hundert rankende Long-Tail-Keywords gebracht.

Social Media Reichweite 

Natürlich blieben auch unsere Profile tot. Diese könnten heute kombiniert eine solide Plattform für die Vermarktung unserer Inhalte und für die Kommunikation mit der Community bieten.

Glaubwürdigkeit und Positionierung

Um als vollwertige Content Marketing Agentur wahrgenommen zu werden, muss diese Agentur Content Marketing auf hohem Niveau betreiben. Dass ohne dies Positionierung und Glaubwürdigkeit bei der Zielgruppe extrem schwierig zu gewinnen sind, versteht sich von selbst.

Sichtbarkeit und Anfragen

Aus allen oben genannten Punkten würde sich eine solide Sichtbarkeit ergeben. Diese würde im Internet grundsätzlich in Anfragen und Neugeschäft münden. Leider haben wir drei Jahre lang auf diese Sichtbarkeit verzichtet.


Welche Schlüsse ich aus dieser Geschichte ziehe 

Unsere Content Marketing Agentur kann weder als professioneller Anbieter von Content Marketing Services wahrgenommen noch positioniert werden, wenn wir nicht selbst das umsetzen, woran wir glauben und was wir anbieten. Und schließlich wärst Du nie auf diesen Blogartikel aufmerksam geworden, hätten wir (insbesondere ich) nicht damit angefangen, die eigenen Fehler auszumerzen.


Fazit

Uns allen steht das Internet als kostenlose Plattform zur Verfügung. Twitter, Instagram, Facebook, LinkedIn und XING sind (überwiegend) kostenfreie „Sender“, über die wir unsere Geschichten und unser Know-how kostenlos ausspielen, eine Community aufbauen und Neugeschäft generieren können. Wir können mit unseren (potentiellen) Kunden direkt kommunizieren, ihnen helfen und damit ihre Aufmerksamkeit gewinnen.

Dabei sollten wir allerdings nie vergessen, dass einzelne Kanäle schnell ihre Wirkkraft verlieren können und wir uns in keine krasse Abhängigkeit begeben sollten. Eigene Assets, ein eigenes Blog und eine Leserschaft, die gerne wiederkehrt, machen uns allerdings nur von unserer eigenen Fähigkeit zu kommunizieren, Geschichten zu erzählen und zu vermarkten, abhängig.

 

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Bild: © contentsquare UG